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Wald- und Flächenbrand

Leserbrief zum Artikel „Feuerwehren löschen Flächenbrand bei Schadehop“, wedeMAGAZIN Ausgabe 27 vom 3. Juli 2018:
„Tu Gutes und sprich darüber“ ist eine weit verbreitete Devise, nicht aber bei der Feuerwehr. Ich war am Montagmittag vor Ort dabei und stand auf dem brennenden Feld mitten zwischen gerade einmal sechs Einsatzkräften, die mit allen Mitteln versucht haben, den Flächenbrand unter Kontrolle zu bringen und das an das Feld angrenzende Wohnhaus vor den Flammen zu retten. Mit welcher Selbstlosigkeit die Kameradinnen und Kameraden in den dichten Rauch und in die Flammen gelaufen sind, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, war einfach unfassbar beeindruckend. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte bei dem Flächenbrand im Einsatz und haben über ihre körperlichen Grenzen hinaus gegen die zum Teil meterhohen Flammen angekämpft. Für mich waren Feuerwehrleute schon immer bemerkenswerte Personen, die freiwillig (!!!) in den Dienst für die Bevölkerung treten und ihre eigene Gesundheit – sogar ihr eigenes Leben – riskieren, um anderen zu helfen. Es sind Menschen „wie Du und ich“, die neben ihrem „normalen“ Leben noch Menschenleben retten, Personen bergen, zu schweren Unfällen fahren, Brände löschen oder da Hilfeleistung geben, wo sie gerade gebraucht wird. Und während diese selbstlosen Frauen und Männer gegen die Flammen kämpfen und dabei bis über ihre Belastungsgrenzen gehen, halten Schaulustige an, machen Fotos, blockieren die Zufahrten und posten in den sozialen Medien neben ihrem Foto von dem Rauch und den Flammen auch die wildesten Theorien über das Ausmaß des Feuers – Hauptsache ich, Hauptsache schön dramatisch. Am Dienstagvormittag bin ich erneut nach Schadehop gefahren und traf zum Teil auf dieselben Führungskräfte, wie einen Tag zuvor. Diese Menschen waren, die ganze Nacht hindurch, knapp 24 Stunden vor Ort im Einsatz, während die Löschtrupps sich in Schichten organisiert haben und wollten auch dann den Einsatzort noch immer nicht verlassen. Spätestens seit diesem Einsatz sind die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr für mich wahre Helden und ich finde, es ist einfach mal an der Zeit, dass jemand mal über das spricht, was unsere Feuerwehr leistet… sie selbst tut es ja nicht.
von Karsten Hölscher, Bissendorf

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